KI-Reallabor
Pilotprojekt zur Simulation eines KI-Reallabors
KI-Reallabore ermöglichen die sichere Erprobung innovativer KI-Systeme unter realen Bedingungen im Einklang mit der KI-Verordnung. Die Bundesnetzagentur, das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation sowie die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit haben gemeinsam ein Pilotprojekt zur Simulation eines KI-Reallabors durchgeführt.
Was sind KI-Reallabore?
KI-Reallabore sind geschützte Testumgebungen, in denen Unternehmen unter behördlicher Begleitung innovative KI-Systeme entwickeln, prüfen und validieren können, bevor sie auf den Markt kommen. So können Rechtsunsicherheiten frühzeitig beseitigt werden. Damit werden Innovationsprozesse beschleunigt und die Vorgaben der KI-Verordnung verlässlich eingehalten. Auch Aufsichtsbehörden gewinnen dabei Erkenntnisse über die Auswirkungen ihrer Regulierung. Die KI-Verordnung der Europäischen Union verpflichtet alle Mitgliedstaaten, bis zum 2. August 2026 mindestens ein KI-Reallabor einzurichten.
Mehr zur KI-Verordnung finden Sie hier: KI-Verordnung | KI in Hessen
Reallabore gibt es übrigens nicht nur für KI, sondern für alle möglichen Innovationen:
Das Pilotprojekt
Ziel des von Mai bis Dezember 2025 durchgeführten Projekts war es, anhand von zwei Anwendungsfällen von Start-ups zentrale Anforderungen, Abläufe und Herausforderungen von KI-Reallaboren zu simulieren.
Das Projekt wurde vom Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation gemeinsam mit der Bundesnetzagentur und der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit durchgeführt. Zur Pressemitteilung
Unterstützt wurde es durch eine Reihe von Akteuren aus dem hessischen KI-Ökosystem: hessian.AI, das KI-Innovationslabor, die AI Quality & Testing Hub GmbH und das Hessische Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat. Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung, ZEVEDI, begleitete das Projekt wissenschaftlich und war maßgeblich an der Erstellung des Abschlussberichts beteiligt.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zeigen: Besonders geeignet sind Projekte mit hohem Innovationspotenzial, die für eine breite Anwendung geeignet sind. Gleichzeitig sollte eine grundlegende Rechtsunsicherheit bestehen, die im Zusammenspiel mit Aufsichtsbehörden ausgeräumt werden kann. Dies geschieht besonders häufig in Verbindung mit anderen Rechtsbereichen, z.B. wenn eine KI in eine Maschine oder ein Medizinprodukt verbaut ist. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im KI-Reallabor sind Vertraulichkeit und eine professionelle Kommunikation entscheidend.
Ein Reifegradmodell hilft den Behörden, KI-Projekte je nach Entwicklungsstand gezielt und effizient zu begleiten. Es ermöglicht zudem, rechtliche, fachliche und technische KI-Kompetenzen innerhalb der Behörden gezielt zu bündeln. Ebenso wichtig ist eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Behörden an den Schnittstellen der KI‑Verordnung und anderen sektorspezifischen Regelungen. Nur so lassen sich praxisnahe Lösungen entwickeln.
Die teilnehmenden Unternehmen erhalten einen umfassenden Abschlussbericht sowie einen Nachweis über die im Reallabor durchgeführten Tätigkeiten. Diese Unterlagen unterstützen sie bei der Erstellung der technischen Dokumentation und können die Konformitätsbewertung deutlich beschleunigen – für einen schnelleren Weg zur Marktreife.
Informationsmöglichkeiten
KI-Reallabore befinden sich derzeit noch im Aufbau. Wenn Sie Fragen zur KI-Verordnung haben, stehen Ihnen bereits jetzt Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung.
- Die Bundesnetzagentur bietet ein KI Service Desk und einen Compliance Compass an: Bundesnetzagentur - KI
- Das KI-Büro der Europäischen Kommission bündelt seine Angebote in der AI Act Single Information Platform: AI Act Single Information Platform | AI Act Service Desk
- In Hessen steht Ihnen ein starkes KI-Ökosystem zur Seite: Akteure wie das KI-Anwendungszentrum, der AI Quality and Testing Hub oder ZUKIPRO unterstützen KMU mit vielfältigen Angeboten – von der ersten Orientierung über konkrete Anwendungsfälle bis hin zur Umsetzung von KI-Projekten. Auch Aspekte der KI-Verordnung werden dabei mitgedacht. Entdecken Sie passende Angebote und Ansprechpartner: KI-Ökosystem
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