QC-Ökosystem
Quantencomputing, in Hessen mittendrin
In Hessen entsteht ein leistungsfähiges QC-Ökosystem – mit erfolgreichen Start-ups und Unternehmen, starker Forschung und einer engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Die Vielfalt der hessischen Wirtschaft bietet zahlreiche Ansatzpunkte für den Einsatz dieser Zukunftstechnologie.
Bund
Die Bundesregierung fördert Quantentechnologien gezielt als strategisches Zukunftsfeld, insbesondere durch Programme des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Quantentechnologien gehören zu den sechs Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland (HTAD), einer Initiative zur Stärkung der technologischen Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung.
Bundesländer
Mehrere Bundesländer fördern den Ausbau der Quantentechnologien mit eigenen Strategien und Innovationsclustern. Bedeutende Initiativen sind etwa das Munich Quantum Valley in Bayern, das Quantum Valley Lower Saxony in Niedersachsen, QuantumBW in Baden-Württemberg sowie EIN Quantum NRW in Nordrhein-Westfalen. Diese Projekte bündeln Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie Start-ups und stärken gezielt den Transfer von Grundlagenforschung in industrielle Anwendungen. Gemeinsam mit den hessischen Initiativen und weiteren Projekten in anderen Bundesländern tragen sie zum Aufbau eines leistungsfähigen Quantenökosystems in Deutschland bei.
EU
Auch auf europäischer Ebene wird Quantencomputing strategisch vorangetrieben. Initiativen wie die Quantum Europe Strategy sowie der geplante EU Quantum Act stärken Forschung, Innovation und industrielle Anwendungen und fördern die Zusammenarbeit europäischer Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Bereich Quantencomputing. Ergänzend unterstützt das Programm EuroHPC Joint Undertaking den Aufbau leistungsfähiger europäischer Hochleistungsrechner und deren Integration mit Quantencomputern. Ziel ist es, Europas technologische Souveränität zu stärken und eine führende Rolle im globalen Wettbewerb um Quantencomputing einzunehmen.
- EU Quantum Act
- Euro HPC Joint Undertaking
- Quantum Europe Strategy
Politik
Die Hessische Landesregierung treibt die Entwicklung von Quantencomputing gezielt voran. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation (HMD), das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) sowie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW) fördern Forschung, Infrastruktur und den Transfer in die Praxis. Ziel ist es, Hessen als starken Standort für Quantencomputing zu etablieren.
Wirtschaft
Quantencomputing ist eine Zukunftstechnologie mit großem wirtschaftlichem Potenzial – auch für die hessische Wirtschaft. Um künftige Wettbewerbsvorteile zu sichern, bereiten sich Unternehmen in Hessen frühzeitig auf die Möglichkeiten von Quantencomputing vor. Großunternehmen, KMU und Start-ups arbeiten an neuen Lösungen und Geschäftsmodellen. So entsteht rund um Quantencomputing ein wachsendes Innovationsökosystem in Hessen.
Anwendungsfelder
Quantencomputing eröffnet neue Möglichkeiten für viele Branchen. Besonders relevant sind Anwendungen in der Chemie- und Pharmaindustrie, in der IT-Sicherheit und Kommunikation, in der Logistik sowie im Finanz- und Versicherungssektor – Branchen, die auch in Hessen stark vertreten sind.
Recheninfrastruktur
Eine leistungsfähige Infrastruktur bildet die Grundlage für den Einsatz von Quantencomputing. Dazu gehören leistungsfähige Supercomputer sowie Cloud-Dienste für Quantencomputing, die Forschung, Experimente und Anwendungen ermöglichen. Mit Frankfurt am Main als einem der größten Rechenzentrumsstandorte Europas ist Hessen ein zentraler Knotenpunkt für Datenverkehr und digitale Dienste. Das bietet beste Voraussetzungen, um auch beim Quantencomputing eine führende Rolle einzunehmen. Mit dem Quantencomputer „Baby Diamond“ an der Goethe-Universität Frankfurt verfügt Hessen bereits über ein eigenes System für Forschung, Lehre und Demonstrationsanwendungen.
Forschung & Lehre
Hessische Universitäten wie die TU Darmstadt oder die Goethe-Universität Frankfurt, Hochschulen für angewandte Wissenschaften wie die TH Mittelhessen oder die Hochschule RheinMain und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD mit dem dort angesiedelten Zentrum für Angewandtes Quantencomputing treiben die Forschung zu Quantencomputing und verwandten Technologien voran. Sie bilden Fachkräfte aus und entwickeln die wissenschaftlichen Grundlagen des Quantencomputings weiter.
Transfer
Der Transfer von Wissen und Technologien zwischen Forschung und Wirtschaft ist entscheidend, um Quantencomputing in die Anwendung zu bringen. In Hessen unterstützen verschiedene Initiativen diesen Austausch. Dazu zählen das Anwendungszentrum für KI und Quantencomputing am Bertramshof sowie Institutionen wie das ZAQC, TransMIT, das TechQuartier und das HOLM. Sie fördern Kooperationen, schaffen Netzwerke und überführen damit Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen.
Akteure & Initiativen
Zentrale Quantencomputing-Akteure im Überblick
Zentrale Akteure und Initiativen treiben Quantencomputing in Hessen gezielt voran. Sie fördern den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, stärken den Transfer und unterstützen die Entwicklung konkreter Einsatzmöglichkeiten.

Hessischer Stakeholderdialog Quantencomputing 2026
Quantencomputing ist eine strategische Schlüsseltechnologie. Mit dem Hessischen Stakeholderdialog Quantencomputing 2026 möchte das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation die Chancen, Herausforderungen und Bedarfe in Hessen in einem gemeinsamen Dialog beleuchten. Zentrale Akteure aus Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Verwaltung kommen bei dieser Veranstaltungsreihe zusammen, um die Ausgangslage zu spiegeln, strategische Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam die Zukunft des hessischen Quantencomputing Ökosystems weiterzuentwickeln.
Häufige Fragen
-
In welchen Bereichen wird Quantencomputing eingesetzt?
Quantencomputing findet u.a. Anwendung in der Kryptographie, Materialwissenschaft, Pharmazie, Finanzmodellierung, bei Optimierungsproblemen und in der KI-Forschung.
-
Wie arbeiten Quantencomputing und KI zusammen?
Quantencomputing kann die Leistungsfähigkeit von Algorithmen für Maschinelles Lernen verbessern, indem es schnellere und tiefere Analysen großer und komplexer Datensätze ermöglicht.
-
Können Quantencomputer herkömmliche Computer ersetzen?
Nein, Quantencomputer sind nicht als Ersatz für klassische Computer gedacht, sondern sollen diese bei bestimmten spezialisierten Aufgaben ergänzen, für die sie besonders geeignet sind.
-
Wie sicher ist Quantencomputing?
Quantencomputing könnte bestehende Verschlüsselungstechniken herausfordern. Zugleich bietet sie aber auch neue Ansätze für extrem sichere Quantenkryptographie.
-
Warum benötigen Quantencomputer extrem kalte Temperaturen?
Die meisten Quantencomputer benötigen extrem kalte Temperaturen, um die Stabilität der Qubits zu gewährleisten und Störungen von außen, die Fehler verursachen könnten, zu minimieren. Es wird aber auch an Architekturen geforscht, die ohne Kühlung auskommen.
-
Können Quantencomputer das Internet sicherer machen?
Ja, Quantencomputer bieten das Potenzial für extrem sichere Kommunikation durch Quantenkryptographie, die selbst von den leistungsfähigsten Computern nicht geknackt werden kann.
Sie haben Fragen zum Quantencomputing-Ökosystem oder suchen die passende Ansprechperson? Sprechen Sie uns an.